Wer im Van unterwegs ist, will auch unterwegs gut essen. In diesem Beitrag zeigen wir euch, wie wir unsere Gasanlage geplant und eingebaut haben – vom Gaskasten über das Kochfeld bis zur Abnahme durch den Prüfer.
Der Plan
Wir haben uns bewusst für das Kochen mit Gas entschieden. Da wir unsere Surfbretter auf dem Dach transportieren, bleibt schlicht zu wenig Fläche für eine grosse Solaranlage – und genau die bräuchte es, um an bewölkten Tagen zuverlässig mit Induktion kochen zu können.
Dazu kommt: Eine Gasinstallation ist im Vergleich zu einer grossen elektrischen Anlage deutlich leichter und einiges günstiger. Der einzige Nachteil ist, dass in Europa die Anschlüsse länderabhängig sind und bei den Gasflaschen jedes Land sein eigenes Süppchen kocht. Aus diesem Grund haben wir uns für eine grosse 7.5-kg-Composite-Flasche entschieden, welche auch eine mehrwöchige Reise durchhalten sollte.
Unser Setup sieht so aus:
- Innen ein Kochfeld mit zwei Brennern
- Aussen ein Anschluss, um einen Grill oder Ähnliches anschliessen zu können
- Das ganze System ist auf 30 mbar ausgelegt
- Gaskasten mit Platz für eine 7.5kg-Composite-Flasche
Der Gaskasten
Da der Gaskasten relativ viel Platz in Anspruch nimmt und bei der Platzierung von Gasflaschen diverse Normen und Vorgaben einzuhalten sind, war es gar nicht so einfach, einen geeigneten Ort im Van zu finden.
Ursprünglich wollten wir die Flasche direkt im Küchenaufbau unterbringen. Das Problem: Direkt darunter verläuft die Abgasanlage des Fahrzeugs. Bei einer Platzierung von Gasflaschen über oder in der Nähe der Abgasanlage müssen Hitzeschutzbleche installiert und weitere Vorgaben eingehalten werden. Machbar wäre das sicher gewesen, für uns aber eher unpraktisch – zumal durch die Integration in die Küche auch wertvoller Stauraum für Küchenutensilien verloren gegangen wäre.
Der Gaskasten fand schlussendlich unter dem Bett seinen Platz. Der Flaschenwechsel ist dort zwar etwas umständlich, kommt zum Glück aber nicht allzu oft vor.
Gefertigt haben wir den Kasten aus Stabilitätsgründen aus 9 mm Birke-Multiplex und mit einer verschliessbaren Türe versehen. Im Boden ist eine Belüftungsöffnung mit 100 cm² Freifläche eingebaut, damit allfällig austretendes Gas aus dem Flaschenaufstellraum nach aussen geleitet wird. Im Inneren haben wir die Ritzen mit Sikaflex 521 abgedichtet (was wir zugegebenermassen schöner hätten machen können 😉 ). Damit wir die Flasche direkt vom Innenraum aus öffnen und schliessen können, haben wir zusätzlich eine kleine, verschliessbare Klappe montiert.




Das Gaskochfeld
Beim Kochfeld fiel unsere Wahl auf das Phönix Domino WGL – ein schönes Zwei-Brenner-Kochfeld, welches sowohl mit LPG als auch mit Erdgas betrieben werden kann. Das Kochfeld ist mit einer Zündsicherung ausgestattet und damit für den Einsatz im Camper geeignet.
Da wir die vorgeschriebenen Abstände zu brennbaren Materialien nicht vollständig einhalten konnten, haben wir an der Küchenrückwand zusätzlich ein ESG-Glas als Hitzeschild montiert.
Weitere Details zur Integration des Kochfelds in die Küchenkonsole findet ihr im Beitrag «Küchenbau».


Aussenanschluss
Um bei schönem Wetter auch draussen kochen oder grillieren zu können, haben wir uns für den Einbau eines Aussenanschlusses entschieden. Praktisch: Gemäss Norm braucht der Aussenanschluss kein separates Schnellschlussventil, da dieses bereits im Anschluss integriert ist.
Gesetzt haben wir den Anschluss hinten rechts in der Säule – dort, wo bei den meisten Ausbauten der Befüllstutzen fürs Frischwasser sitzt.




Verrohrung
Bei der Verrohrung haben wir uns für 8-mm-Stahlrohr (verzinkt) entschieden. Gekauft haben wir 2 × 3 m, was im Nachhinein eher sportlich bemessen war – glücklicherweise ist es aber gerade so knapp aufgegangen. Der grosse Vorteil der Stahlrohre ist ihre stabile Installationsweise im Fahrzeug.
Die Verbindungen haben wir mit Schneidringverschraubungen mit direkter Montage (ohne Vormontagestutzen) umgesetzt. Hat man den Dreh einmal raus und arbeitet sorgfältig (und gemäss Herstellervorgaben), kann eigentlich nichts schiefgehen. Bei den Verbindungen der Schneidringe haben wir zusätzlich Gas-Dichtfett eingesetzt. Ob das wirklich etwas bringt, darüber lässt sich streiten – schaden tut es sicher nicht 😉



Normen und Prüfung
In der Schweiz muss die Gasanlage vor der Fahrzeuginspektion durch das Strassenverkehrsamt von einem offiziellen Prüfer abgenommen werden. Dabei wird die Installation auf Normkonformität geprüft und die Dichtigkeit der Anlage unter Druck getestet.
Für Gasanlagen gibt es reichlich Normen, welche eingehalten werden müssen, um einen sicheren Betrieb sicherzustellen. Einen Auszug der wichtigsten Normen und Vorschriften (gültig in der Schweiz) haben wir weiter unten verlinkt.
Die Prüfung unseres Vans wurde durch den TCS durchgeführt – und mängelfrei bestanden. Somit ist die Gasanlage bereit für den ersten Trip 🙂

